Trauernde Eltern nach Kindsverlust

Der Tod des eigenen Kindes ist der schlimmste Verlust, den ein Mensch erleben kann.

Das Leid und der Schmerz sind unvorstellbar.

Das gesamte Familiensystem gerät ins Wanken, besonders betroffen sind auch die Geschwister des verstorbenen Kindes. Sie verlieren neben dem Geschwister auch die Geborgenheit durch die elterliche Sicherheit und den bekannten Strukturen. 

Der Trauerprozess ist ein wichtiger Aspekt in dem Begreifen, dass das Kind nie mehr wiederkommt. Ein Gefühl der Ohnmacht und tiefen Verzweiflung breitet sich in der Familie aus.

Die meisten Menschen können Verlustschmerz aus eigener Kraft überwinden und ihren Trauerweg konstruktiv gehen.

Sie verfügen über Resilienz. Resiliente Menschen sind in der Lage, nach Krisen oder schweren Verlusterfahrungen ihre innere Stabilität und ihr Gleichgewicht selbst wiederherzustellen.

In der Literatur werden die hilfreichen und unterstützenden Faktoren als »die sieben Säulen der Resilienz« (Heller, 2013; Guhl, 2018) als Basis für die Stärke der Resilienz beschrieben.

Es sind die Fähigkeiten,

• die Situation zu akzeptieren und die Herausforderung anzunehmen;

• optimistisch zu sein; die Krise als Erfahrung zu sehen; die Krise als Chance zu betrachten;

• Optionen zu entwickeln und Lösungen zu suchen;

• sich nicht in der Opferrolle zu sehen und die Verantwortung für sich zu übernehmen;

• selbstwirksam zu sein und die Initiative zu ergreifen;

• auf Beziehungen und Netzwerke zurückzugreifen und sie zur Unterstützung hinzuzuziehen;

  • die Zukunft in den Blick zu nehmen, sie zu gestalten. 

 

Um diese Fähigkeiten der Resilienz zu stärken und Eltern auf ihrem Weg einer neuen Sinnfindung ihres Lebens zu unterstützen, kann der Besuch einer Trauergruppe ein wesentliches Fundament sein.

Im geschützten Rahmen können über Gefühle, Emotionen, Ängste, Wut und Sorgen mit ebenfalls Betroffenen unter Leitung einer ausgebildeten Fachkraft gesprochen werden.