„Das Dunkle und das Helle“ von Kirsten Hau und Julie Völk

Christina Haacke liest: “Das Dunkle und das Helle”

Darum geht’s: 

Da gibt es zum einem das Struppige, was aus seiner vertrauten Umgebung gerissen wurde und jetzt in einem düsteren Land lebt. Und zum anderen ist da das Zarte, in dessen Welt alles hell und freundlich ist. Beide Welten liegen direkt nebeneinander und beide Wesen schauen neugierig auf die Seite des jeweils anderen. Eines Tages nimmt das Zarte das Struppige an die Hand und holt es in seine helle Welt. Das Struppige fühlt sich sofort wohl, besucht seinen Freund von da an immer öfter, aber als es eines Tages erneut ins Helle tritt, ist das Zarte fort. Nur ein großes dunkles Loch ist noch da, was dem Struppigen merkwürdig vertraut vorkommt. Ist sein Freund etwa in der Düsternis verschwunden und wird er ihn dort jemals wiederfinden? 

Darum lesenswert:

Es gibt diesen alten und doch immer wieder weisen Spruch: „Ohne Licht kein Schatten und ohne Schatten kein Licht“. Das Kinderbuch „Das Dunkle und das Helle“ greift genau dieses Thema auf und schafft damit eine Geschichte, die beweist, dass Freundschaft alle Grenzen überwinden kann. Wenn man denn mutig ist und Vertrauen schenkt. Das Struppige in der Dunkelheit symbolisiert all das Unbekannte, all die düsteren Gedanken, all die Ängste, die uns im Leben begegnen, egal wie alt und wie erfahren wir sind. Es zeigt, wie man einen Weg finden kann, aus der Finsternis herauszufinden. Mit Hilfe, aber auch aus sich selbst heraus, weil man es kann und will. Das Zarte stellt das Licht dar, das Unbeschwerte, das Leichte, die guten Seiten des Lebens, die aber auch nicht unerschütterlich sind. Kinder lernen spielerisch durch diese Geschichte, dass beide „Seiten“ okay sind. Dass beide Seiten im Einklang nebeneinander leben können, dass es okay ist, auch mal traurig zu sein, es aber genauso okay ist, glücklich zu sein – im Angesicht von Traurigkeit. Das Struppige bedingt das Zarte und umgekehrt. Denn ohne Dunkelheit würden wir das Licht nicht sehen und ohne Licht, die Schatten nicht erkennen. 

„Das Dunkle und das Helle“ ist kein klassisches Buch zum Thema Trauer und Tod, sondern vielmehr ein Buch, was die Traurigkeit in all ihrer Vielfalt thematisiert. 

Besonders hervorzuheben möchte ich die wirklich tollen Illustrationen, die mit der sogenannten Cyanotypie-Technik gestaltet wurden. Diese Technik ist einer der ältesten Fototechniken der Welt. 

Kurzcheck: „Das Dunkle und das Helle“

Bester Moment im Buch:

„Es ist schön, einen Freund wie dich zu haben, sagt das Struppige, das den Farben so nah ist, wie lange nicht mehr. Es ist schön, einen Freund wie dich zu haben, sagt das Zarte, das der Finsternis so nah ist, wie niemals zuvor. Von da an treffen sich die beiden jeden Tag.“

KuL-Lesenswert-Sterne: 4 von 5

Autorin: Kerstin Hau (Text) und Julie Völk (Illustrationen)

Verlag: NordSüd Verlag

Für wen: Für Kinder von 4 bis 6 Jahre

Format: gebunden, Hochformat

Preis: 15,00 Euro

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.