„Die Brücke hinter den Sternen“ von Cornelia Funke

Christina Haacke liest „Die Brücke hinter den Sternen“

Darum geht’s:

Barnabel ist ein kleiner Engel, der am Ende der Brücke hinter den Sternen lebt. Er ist noch ziemlich jung für einen Engel. Mit seinen knapp über 3000 Jahren gehört er zu den jüngsten seiner Art, er ist noch sehr unerfahren, aber seine Neugier dafür riesengroß. Und zwar auf das, was sich vor der Brücke befindet. Da gibt es nämlich die „Dunklen Dinge“, die die Menschenherzen belasten. Zumindest erzählt man sich das unter den Engeln. Barnabel weiß nicht, was das genau heißt. Und deshalb begibt er sich zu dem Drachen Tianlong, der der Wächter der Brücke ist, und zu dem alten Engel Bairim, der schon tausende Male die dunklen Dinge gesehen haben soll. Sie beide sollen ihm helfen, zu verstehen. 

Darum lesenswert:

Cornelia Funke ist eine begnadete Autorin. Millionen von Kindern und Jugendlichen sind mit ihren Geschichten aufgewachsen, verlieren sich immer noch täglich darin und ihre Romane stehen wahrscheinlich in fast jedem Kinderzimmerregal. In „Die Brücke hinter den Sternen“ zeigt sie, dass sie auch auf knapp 30 Seiten mitreißen kann – und das mit einem Thema, was nicht so oft auf der Bestsellerliste für Kinder zu finden ist. Ursprünglich war diese Geschichte ein Teil einer Anthologie zugunsten eines Kinderhospizes. Und hat sich dann zu einem eigenen Bilderbuch entwickelt. Die Geschichte vom kleinen Engel Barnabel ist so liebevoll, so behutsam und gleichzeitig so ehrlich und wahrhaftig aufgeschrieben, dass man beim Lesen eine Gänsehaut bekommt. Vielleicht ist es die Kombination von richtig gut geschriebener Kinder-Literatur in Zusammenhang mit dem Thema „Abschied“ und „Tod“. Vielleicht ist es die Perspektive des Buches, die so berührt. Denn das zentrale Thema ist der Ort, wo wir uns irgendwann alles wiedersehen werden. Und dieser Ort ist einfach wunderschön. Das wird auch deutlich durch die vielen Illustrationen, die von Cornelia Funke höchstpersönlich stammen. Und das ist wirklich ein Geschenk, denn mit jedem Pinselstrich wird deutlich, wie sehr ihr diese Geschichte am Herzen liegt. Wer also Fan dieser Autorin ist, ihre Art zu erzählen liebt und Kindern die Angst vor dem Tod nehmen möchte, der ist bei „Die Brücke hinter den Sternen“ genau richtig. Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen. Ich finde, es ist ein Buch von Cornelia Funke, was auf jeden Fall einen Platz im Kinderzimmer verdient hat. Egal, an welchem Punkt im Leben man sich gerade befindet. Einfach, weil jedes Kind die Brücke hinter den Sternen kennen sollte. 

So oder so. 

Kurzcheck: „Die Brücke hinter den Sternen“

Bester Moment im Buch:

„Weißt du, dass ich dich einst über die Brücke geholt habe?“, fragte Bairim. „Du warst noch sehr jung, selbst für ein Menschenkind, und trotzdem wusstest du alles über die Dunklen Dinge. Du wusstest so viel, dass dein Herz selbst für mich fast zu schwer war. Also habe ich einiges von der Brücke geworfen und nur die wichtigsten Dinge mitgenommen.“

KuL-Lesenswert-Sterne: 5 von 5

Autor: Cornelia Funke

Verlag: Dressler Verlag 

Für wen: Für Kinder zwischen 5 und 7

Format: Gebundenes Buch, quadratisch

Preis: 15,00 Euro

 

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